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Wenn der Traffic nichts mehr Wert ist

In einem Yahoo Development-Blog wurden vor einiger Zeit Artikel zur Optimierung von Webseiten veröffentlicht. Dass nicht alle der Tipps und Trick dort für den Privatmensch zur Umsetzung empfohlen sind, hat man bei Coding Horror (engl.) durchaus ins rechte Licht gerückt.

An einem Punkt allerdings befindet sich das Web in einem, wie ich finde, tiefgehenden Konflikt. So heißt es bei Coding Horror den Standpunkt aus dem Yahoo-Blog kritisierend:

If you have to ask how much a formal Content Delivery Network will cost, you can’t afford it. It’s more effective to think of this as outsourcing the “heavy lifting” on your website– eg, any large chunks of media or images you serve up — to external sites that are much better equipped to deal with it. This is one of the most important bits of advice I provided in Reducing Your Website’s Bandwidth Usage. And using a CDN, below a reasonably Yahoo-esque traffic volume, can even slow your site down.

Die Rede ist also vom Auslagern von großen Datenbeständen. In Mode gekommen sind eben jene CDNs, jene Inhaltsübermittlungsnetzwerke. Computer mit schneller Internetanbindung, die das Datenaufkommen – den Traffic – möglichst zügig zum Rezipienten liefern. Die Krux bei der Sache? Wir waren bisher immer gewohnt, Traffic als eine mal mehr, mal weniger ernst zu nehmende Größe für den Erfolg einer Webseite in Augenschein zu nehmen. Natürlich war es nie eine verlässliche Größe, zu verschiedenen die Gründe, warum eine Seite viel Traffic erzeugt. Bspw. können die Zugriffszahlen einer textlastigen Webseite viel viel höher liegen, als jene von einer Bilddatenbank, doch wird letztere mehr Traffic erzeugen.

Das Auslagern ist durchaus eine überlegenswerte Angelegenheit, doch wer sich gerade nicht im Umfeld von den Top-Adressen im Web tummelt, der wird sich das gleich zweimal überlegen. Denn Traffic ist auch ein Argument, mit dem man bei unbedarften Werbepartnern hausieren gehen könnte. ;) CDNs, bzw. das Auslagern machen diese Größe jedoch obsolet und Internetseiten wie Alexa.com werden zunehmend noch weniger aussagekräftig.

7 Gedanken zu “Wenn der Traffic nichts mehr Wert ist

  1. Das die bei Coding Horror aber immer so einen Bullshit verzapfen. Aber du genauso: Kein noch so frischer Werber schaut noch auf den Traffic, es zählen nur die Pageviews und das ist auch bei Alexa und compete so.

    CDNs machen absolut Sinn und selbst wenn man’s nur auf die ganz kleine und billige Tour macht wo man einfach nur ein paar zusätzliche subdomains für assets auf dem gleichen webserver verwendet. Den Unterschied merkt dann nämlich der User dessen Browser die assets parallel schneller runterladen kann.

  2. Hehe. ;) Ich denke doch, dass es so frische Werber gibt, bzw. Leute, die sich nicht auskennen. Wenn du wüsstest. Guck dich z. B. mal in der Landschaft um, in denen für kleine und mittelständische Unternehmen oder aber für Lokalpolitiker Webseiten entworfen werden. Natürlich spielen Pageviews grundsätzlich eine Rolle, doch ist ein Traffic für manche eben ein subtiles oder sollte ich besser latentes Argument sagen…

    Also es gibt z. B. das Sportgeschäft X… das von Internetwerbung keine ahnung hat… da geht jemand von einer ziemlich bräsigen 1 oder 2 Mann Webdesignfirma her, die damals die Schulhomepage gemacht haben, und die damals schon schei… ausgesehen hat. Die belabern dann den Inhaber von dem Sportladen, dass es doch toll ist, bei denen zu werben, weil sie so viel Traffic im Monat erzeugen. ;) Dass der von Tuten und Blasen keine Ahnung hat, aber dafür dann im Monat 20, 30 Euro ausgibt, nur um auf einer Webseite einen Banner zu platzieren der u. U. dann auch noch grottenschlecht designt ist. Also von solchen Leuten und Ereignissen spreche ich. Von solchen, die’s tun und aber die Medienkompetenz nicht mitbringen. ;)

  3. Hm, es gibt Leute, die für noch weniger Geld werben. Angenommen solche Tabletten haben son Drops gefangen… dann, na ja… 20 Euro aufs Jahr sind 240. Wenn sie nur 10 solcher Kunden haben, haben sie aber immerhin schon 2400 Euro im Jahr. Wenn sie dann noch für nen Stundensatz von 20 Euro die Webseite von dem Sportladen und der Haus-Disco designt haben… und als Referenz angeben… dann, ja… können sie als Kleinunternehmer sogar nicht die Mehrwertsteuer ausweisen. Eine einfache Einnahmen/Überschussrechnung reicht.

    Man wird nicht reich damit, aber solche Leute fragen sich auch selten, warum. Nur… immerhinque konnten sie von zu Hause aus arbeiten und mussten nicht beim Lidl oder in der Haus-Disco hintern Tresen. ;) Das tun die vielleicht nur an Wochenenden, um das Taschengeld aufzubessern, weil’s mitter Firma nicht so fluppt. Who knows. *G* Irgendwann kommen sie dann auf die grandiose Idee, Veranstaltungstechnik zu betreiben und gründen dafür extra eine limited. ;)

  4. Das Highlight ist dann, wenn Onkel Hugo nen Arzt kennt, also persönlich, nicht nur als Patient. Und der Doc hat vom Internet gehört und möchte unbedingt noch vor seiner Rente die Plattform für seine Patienten erschließen. Da sagt der Hugo zum Doc… hey, ich kann da jemanden, der könnt’ dir das machen. Weil der Doc ja generös ist (Leute, die zu viel Geld haben und trotzdem jammern, neigen dazu bei Dingen, von denen sie keine Ahnung haben zu viel zu bezahlen), rupfen die Tabletten dem Doc das Hemd aus der Tasche. Und sie haben zwar keinen Werbekunden gewonnen, aber die Einnahmen von 10 Werbekunden aufs Jahr mit einer Webseite eingestellt, bei der Frontpage unter die Arme gegriffen hat. Und 2400 Euro für einen Nachmittag Mausklickerei… das ist ein ordentlicher Stundensatz. ;)

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