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Der brennende Christ

Ad absurdum führte ein christliches Kirchenoberhaupt die mediale Wirkung seiner Glaubensbrüder. Entrüsten sich die Christen immer, wenn man von Selbstmordattentätern hört, oder von Unglücksfällen in Familien, in denen z. B. die Töchter von zürnenden Vätern mit Benzin übergossen und angezündet werden – ein Pfarrer aus Erfurt hat nun der scheinheiligen öffentlichen Moral einen Bärendienst erwiesen. Im Zeitalter der Geschichtsvergessenheit kann es ja schon Mal vorkommen, dass niemand sich an die ganzen christlichen Märtyrer aus der Vergangenheit mehr erinnern mag (oder möchte). Gleichwie kann nun ganz Deutschland den brennenden Pfarrer aus Erfurt bewundern. Ein Stigma. Er habe sich, so heißt es, aus Sorge um die Ausbreitung des Islams angezündet. In den Hof des eigenen Augustinerklosters hatte sich der 73-Jährige gestellt, mit Benzin übergossen und dann angezündet. Er starb an den Folgen der Verbrennung. Vielleicht kann man ihm sein Alter zugute halten – ein wenig geistig umnachtet?! Wir werden es nicht erfahren. Am Ende zahlt die Versicherung für seinen verlust und so hat sein Tod wenigstens das Gute für seine ehemaligen Brüder und Schwestern des Augustinerklosters und füllt die Kassen?! Hirnverbrannt passt wohl wie die Faust aufs Auge, als Attribut zur Bezeichnung dieses jetzt Leichnams. Ruhe in Sühne. Amen.

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