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Warum versteht ihn bloß keiner?

Ein riesen Brimborium ging um diese Aussage von Wolfgang Schäuble:

Es werden auch blonde, blauäugige Menschen Opfer von Gewalttaten, zum Teil sogar von Tätern, die möglicherweise nicht die deutsche Staatsangehörigkeit haben. Das ist auch nicht besser.

Dabei ist es doch so simpel. Was Schäuble im Kontext der feindlichen Übergriffe auf den Äthiopier Ermyas M. in Potsdam sagen wollte, es bewegt sich in Richtung auf den Gedanken der Gleichheit. Gleiche Rechte, aber eben auch gleiche Pflichten. Ein sehr liberaler Gedanke. Man muss Schäuble nicht unterstellen, er hätte etwas verharmlosen wollen, vielmehr sollte man in seinem Statement auch den Aspekt hervorheben, der nämlich den betroffenen Ausländer indirekt auf dieselbe Stufe hievt, wie alle anderen. Während man sonst immer große Distanz bringt, zwischen einem Inländer und einem Ausländer, wodurch notgedrungen auch das Gefühl entstehen muss, etwas Besseres sein zu wollen, geht Schäuble gerade nicht diesen Weg. Und ich gehe mit ihm d’accord. Ich bin einverstanden zu sagen: Lasst uns nicht länger überheblich für etwas Besseres halten, sondern stehen wir dazu, den Gedanken aus dem 18ten Jahrhundert endlich Geltung zu verschaffen. Der Verstand eint uns Menschen – neben vielen anderen Dingen – und macht uns zu dem, was wir sind, Angehörige einer Rasse. Es geht nicht um den Schutz von Ausländern, aber auch nicht um den Schutz von Deutschen, es geht um die Einhaltung der demokratischen Prinzipien, die uns allen ein menschenwürdiges Leben versprechen, an deren Einlösung wir jedoch alle selbst beteiligt sind. Lasst es uns also anpacken.

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