Freude, schöner Todeskandidat?!
Wenn Blicke töten könnten, heißt es. Warum soll bloß für Blicke gelten, was auch für Worte gelten könnte?! Was wäre, wenn Worte töten könnten?
Perfide Wortwahl?
“Freude, schöner Götterfunken”, heißt es in einer Textzeile eines Gedichts von Friedrich Schiller. Später wurden diese Worte in einen Part der 9ten Sinfonie Beethovens aufgenommen. Sie drücken intoniert überschwengliche Freude aus. Ähnlich könnte sich entweder der zuständige Redakteur der NZ gefühlt haben, oder ein etwaiger Kollege einer Presseagentur, die sich für die Nachricht ursprünglich verantwortlich zeichnet. Besonders wichtig ist der erste Absatz des Artikels. Dort heißt es:
Im Terrorprozess gegen den Franzosen Moussaoui hat die Staatsanwaltschaft einen ersten Erfolg für sich verbuchen können. Die Geschworenen befanden, dass der 37-Jährige grundsätzlich zum Tode verurteilt werden kann.
Für Befürworter der Todesstrafe könnte man es einen Erfolg nennen wollen, dass Moussaoui prinzipiell zum Tode verurteilt werden kann. Generell sollte man allerdings ein Armutszeugnis ausstellen, wenn es wirklich dazu kommen sollte. Wenn sich erwachsene (amerikanischen) Menschen nicht anders zu helfen wissen, als jemanden unter die Grasnarbe zu befördern, dann heißt es: Armes Amerika.
Doch damit noch nicht genug. Es kann niemand weggucken, es müssen sich alle angesprochen fühlen. In einer modernen Wissengesellschaft, die von sich in Anspruch nimmt, grenzenlos global zu sein, geht ein Thema wie dieses alle Mitglieder des Welttheaters an. Nun heißt es: Abwarten und Tee trinken. Vielleicht wird in Alexandria im US-Bundesstaat Virginia ja abschließend ein vernünftiges Urteil gefällt werden. Zum NZ-Artikel geht’s hier.

Hm … Todesstrafe ist immer ein sehr heikles Thema, finde ich. Ich finde schon, dass Moussaoui nicht unschuldig ist am 11.Sept. und von daher eine Strafe verdient hat. Evtl. hätte man das Ganze verhindern können, wenn man mal etwas genauer hingeschaut hätte … Aber Todesstrafe … ich bin dagegen, ich finde es viel besser, wenn man solche Leute dann wirklich bis zu ihrem Lebensende hinter Gittern lässt, damit sie schmoren können. Aber wirklich so, dass sie nichr rauskommen dürfen vorher. Denn das ist für mich eine sehr harte Strafe, aber der Staat begeht keinen Mord und begleicht keine Rechnung wie "Auge um Auge, Zahn um Zahn". Ich kann es auch nicht verstehen, dass es immer wieder Leute gibt, die zur Hinrichtung hingehen und sich das anschauen, wie die Menschen da manchmal wirklich extrem langsam verrecken … Da kann ich nur den Kopf drüber schütteln
. Ich hoffe, dass irgendwann wirklich ÜBERALL die Todesstrafe abgeschafft wird, allerdings die Leute dann eben im Gefängnis eines natürlichen Todes sterben. Denn für manche wird der Tod wohl noch eine Art Erlösung sein, aber nie mehr Freiheit? Ich weiß nicht, da kann man wahrscheinlich schon eher verrückt werden. Der Film "The Green Mile", wenn auch ein fiktiver Roman, hat mir das ganze Grauen irgendwann dann auch mal zu Auge geführt – und ich war wirklich schockiert. Im Fim tunkt der Wärter ja absichtlich den Schwamm nicht ins Wasser, damit der Tod brutaler wird und länger dauert. Doch auch im wirklichen Leben unterlaufen Fehler und es dauert länger als angenommen. Erschreckend ist für mich, dass es jährlich einige Fälle gibt, wo unschuldige Menschen sterben müssen, weil es den Amerikanern (und auch anderen) Spaß zu machen scheint und sie im Tod die gerechte Strafen sehen. Wenn man allerdings "einfach nur eingesperrt" ist, könnte man ein Verfahren wieder neu aufrollen und somit auch Leben gerettet werden könnte. Es gibt schon so so viel Grausames auf der Welt … Heikles Thema, aber das ist es ja schon lange und einig ist man sich eh nicht darüber.