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03.08.2009 Stefan Keller

Poisonville - GCO09: MMO-GTA für den Browser

Poisonville

Es gibt nur selten Spiele, die fast geschlossen die Aufmerksamkeit der Gäste einer Messe auf sich ziehen. Poisonville ist ein solches Spiel - die gesamte GCO redete davon. Warum das so ist, erfahrt ihr hier.

GTA? Kennen wir doch schon?

Den Vergleich muss sich Poisonville gefallen lassen – und erfreulicherweise streiten es die Verantwortlichen auch überhaupt nicht ab – es ist im Prinzip ein GTA-Nachbau. Nach vielen Jahren kehrt der Protagonist zurück in die fiktive US-Stadt Poisonville. Als er das letzte Mal dort war, hat er einigen Dreck am Stecken gehabt und so kommt es, dass ihn zum Zeitpunkt des Spielbeginns niemand, eingeschlossen der rivalisierenden Gangs, leiden kann. Respekt muss sich erarbeitet werden. Während das Was an GTA: San Andreas erinnert (genauso wie der größte Teil des restlichen Settings), ist das Wie eher an GTA2 angelehnt. Anders sei das bei einem Massively Multiplayer-Spiel nicht zu machen, so die Verantwortlichen. Der Spieler sucht sich eine Gang aus, für die er arbeiten möchte. Je mehr er jener Gang Gutes tut, desto höher steigt sein Ansehen.

WoW + GTA + Saints Row = Poisonville

Christian Godorr von BigPoint erklärte, dass das Spiel vieles mit den Inspiratoren gemein hat. So sei das Gameplay stark an GTA angelehnt, doch auch Elemente anderer Titel kommen hinzu. Die Anpassbarkeit habe man sich bei Saints Row und WoW ausgeliehen und erweitert. Der Spieler kann seinen Charakter gestalten wie es ihm gefällt. Er kann ihn einkleiden, aber auch biologische Fakten wie Statur und Hautfarbe ändern. Weitergetrieben wird der Gedanke von der Community. Selbige soll beim Spielen entscheiden, wie sich die Stadt entwickeln wird. Wie genau das aussehen soll, wird aber noch unter Verschluss gehalten.

Meine Straße, mein Block

Poisonville wird in Bezirke geteilt, die von insgesamt vier verschiedenen Gangs bewacht werden. In der Mitte der Stadt befindet sich ein nahezu reiner Player-vs-Player-Bereich. Dort ist die Polizei etwas nachlässiger bei der Arbeit, um die Balance nicht zu gefährden, "denn irgendwo müssen sich die Spieler auch mal austoben können". Je weiter es in Richtung Außengrenze geht, desto schwerer sollen die Wachen zu besiegen sein. So ähnlich wird das Erobern von fremden Territorien vermieden. In Anlehnung an WoW können fremde Territorien vermutlich nicht den Herrscher wechseln, und wenn dann nicht lange.

Java als Mittel der Wahl

Hersteller BigPoint ist bekannt für Browserspiele. Viele von euch kennen sicher die Spiele Seafight und Dark Orbit; sie sind in der TV-Werbung allgegenwärtig. Creative Director von Poisonville ist übrigens Matthias Beele, der bereits die genannten Spiele entwarf. Um mit dieser Tradition nicht zu brechen, wurde Poisonville in der Programmiersprache Java geschrieben und ist damit unabhängig von der Plattform, auf der es laufen soll. Faktisch alle Systeme, für die es eine Java-Runtime und eine OpenGL-fähige Grafikkarte (nebst Treiber) gibt, werden unterstützt. Das schließt auch Betriebssysteme ein, die sonst weniger für ihre Spieltauglichkeit bekannt sind wie Linux, Mac OS X und theoretisch sogar das angestaubte OS/2.

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