LAGC 2010: Expertenrunde mit EA, Disney, Sulake, Social Game Universe, Wedbush Securities und Adknowledge (Teil 2)

LA Games ConferenceLA Games Conference

Im Zuge der LA Games Conference konnte unser USA-Korrespondent Reto Stuber mit einigen der Referenten sprechen. Im ersten Teil des Expertengesprächs haben die Interviewpartner sich kurz vorgestellt und die wichtigsten Entwicklungen in den nächsten 2-5 Jahren beleuchtet. Im folgenden zweiten Teil geht es nun um die größten Herausforderungen der Branche und wie man diesen begegnen sollte.

Reto Stuber: Wo sehen Sie die größten Herausforderungen in Ihrem Gebiet, wie können diese überwunden werden?

Adam Caplan: Die größte Herausforderung für Entwickler ist es, neue Benutzer kosteneffizient zu gewinnen, da die großen Player die Werbepreise in die Höhe treiben. Mit unserer Super Rewards Plattform können Entwickler ihre Erlöse mittels virtueller Währung wieder investieren, um neue Kunden zu gewinnen. Wir können damit übergreifend die relevanten Zielgruppen ansprechen.

Bill Young: Ausbildung ist eine große Herausforderung … in alle Richtungen! Marketingverantwortliche haben viel zu lernen über die Gaming-Gemeinschaft und die Spieler selbst. Firmen wie T-Mobile und Dr. Pepper haben bereits viel erreicht und sind sattelfest, aber das sind die raren Ausnahmen. Auf der anderen Seite, Spieleentwickler müssen lernen, was für die Werbeverantwortlichen wichtig ist. Die Entwickler bei Electronic Arts sind der Industrie dahin gehend weit voraus, und werden immer wie stärker die Vorzeigebilder für gelungene Integrationen von Werbeansätzen in Spielen.

Nathon Gunn: Ich bin besorgt, dass Innovationen durch den großen Druck auf den noch unreifen Markt der „Social Networking Games“ eingeschränkt werden. Die Firmen sind mehr daran interessiert, jeden Cent aus den Spielern herauszupressen, als wirkliche bedeutende Erfahrungen mit tollen Spielen anzubieten. Das wird nicht nachhaltig sein und alle werden darunter leiden. Deswegen hoffe ich, dass die großen Hersteller diese Tendenz sehen und ihre Ressourcen dafür einsetzen, das innovative Ökosystem zu unterstützen und nicht nur alles Neue abzugrasen. Wir bei Social Game Universe arbeiten hart an Innovationen, es wird in der nächsten Zeit einiges Interessantes aus unserer Küche geben.

Teemu Huuhtanen: Die Herausforderung ist es, herauszufinden, wie mit Facebook und anderen sozialen Netzwerken umgegangen werden kann. Aber seien wir ehrlich: Sie müssen herausfinden, wie Facebook für Sie arbeiten kann. Am besten findet man heraus, wie Sie Ihre eigene Seite mit der von Facebook verbinden können. Beispielsweise wurde Habbo schon vor zehn Jahren gegründet, als es noch keine anderen sozialen Netzwerke gab. Eine andauernde Herausforderung ist es, mehr Leute dazu zu bewegen, für Ihr Spiel zu bezahlen. Habbo ist darin sehr gut und hat viele Erfahrungen gemacht, aber man kann immer besser werden. Sie müssen immer auf Ihre Kunden hören und auf deren Wünsche eingehen. Und das schnell, denn sonst…

Stephen Saiz: Auch Disney muss innovativ sein, um aus der Masse der über 50.000 Spiele herauszustechen. Wir leisten Überzeugungsarbeit, damit unsere Kunden den Premiumpreis für unsere Spiele zahlen, denn es gibt genügend kostenlose oder günstige Spiele für 99 Cent. Wir machen jedoch gute Fortschritte, die Leute sind bereit, für „Premium Brands“ und ein fesselndes Gameplay mehr zu bezahlen. Wie wir schnell gelernt haben, ist Apples Plattform konstant, auch wenn der Markt sich noch bewegt. Die Regeln verändern sich kontinuierlich und Dinge, die noch vor einem Jahr unmöglich waren, sind jetzt machbar. Daher passt sich auch unsere Strategie stetig den Gegebenheiten an. Wir bieten zurzeit eine große Auswahl von Applikationen für jede demografische Zielgruppe und jede Preisklasse an. Wir prüfen auch ständig neue Geschäftsmodelle, wie zum Beispiel den „Freemium“-Ansatz.

Michael Pachter: Die größte Herausforderung der Industrie ist in meinen Augen, das Interesse der Kunden weiterhin aufrecht zu behalten, trotz der exponentiell wachsenden Möglichkeiten. Vor ein paar Jahren hatten wir weder Smartphones noch iPods oder Facebook. Jetzt ändern sich die Kunden und deren Bedürfnisse – und die Spieleindustrie steht vor der Aufgabe, da mitzuhalten.

Herzlichen Dank für diese aufschlussreichen Antworten, wir wünschen weiterhin viel Erfolg!

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